Der Optoma HD600x ist ein HD-Ready-fähiger und (eingeschränkt) 3D-tauglicher DLP-Projektor, der dank attraktivem Preis (trotz immer günstiger werdeneder Full-HD-Konkurrenz) für Heimkino-Einsteiger einen Blick Wert sein kann. Woran dies liegt, und welche Voraussetzungen erfüllt sein sollten vor dem Kauf des Optoma-Projektors, lesen Sie in unserem nun folgenden, ausführlichen Review.
 

Der Optoma HD-600X von oben

Der Optoma HD-600X von oben: Links der Regler für den optischen Zoom, rechts die Bedienelemente und Status-LEDs


Was uns beim ersten Blick auf den (hauptsächlich) schwarzen Optoma-Beamer zunächst einmal auffällt, ist das kompakte Gehäuse. Verglichen mit dem Großteil der Konkurrenz ist der Optoma 600X recht klein ausgefallen. Weniger als 29 cm breit und knapp 20 cm tief, bei einer Höhe von knapp 10 cm, das sind die Maße des kompakten HD-Ready-Beamers. Die Bedienung erfolgt über die (gelungene) Fernbedienung oder über die an der Oberseite angebrachten, kreisförmig angeordneten Knöpfe am Beamers selbst. Abgesehen von den üblichen Tasten wie Ein/Aus, Menu, Source und einer Re-Snyc-Taste findet man noch ein Vier-tastiges „Stuerkreuz“, welches die mittige OK-Taste umrahmt. Die Einstellung des Zooms erfolgt über einen mechanischen Schieber, der Fokus wird (wie üblich) an der Linse selbst eingestellt, deren Abdeckung an einer kurzen Schnur befestigt ist damit sie auch bei Nicht-Gebrauch bei laufendem Projektor nicht verloren geht. Außerdem befinden sich noch 3 Status-LEDs neben den Bedienelementen, eine für den Betriebszustand, eine für den Status der Lampe, und eine Warnleuchte, die bei Überschreitung der maximalen Betriebstemperatur in Aktion tritt.
 
Die zuvor bereits als gelungen erwähnte Fernbedienung ist in der Tat ein guter Wurf von Seiten Optomas. Allerhöchsten Design-Ansprüchen genügt sie zwar auch wieder nicht, aber sie präsentiert sich in ihrer abgerundeten Form und mattweißer Farbe auf jeden Fall schicker als so manche, flache, unkomfortable „Möchtegern-Fernbedieung“ der Konkurrenz in diesem Preissegment. Alle wichtigen Funktionen sind auf den ersten Blick auffindbar und der Druckpunkt der Tasten weiß ebenfalls zu gefallen.

Gutes, helles Bild. Geräuschkulisse okay

Die Anschlüsse des Optoma HD-600X

Die Anschlüsse des Optoma HD-600X: D-Sub, HDMI, S-Video, Cinch-Video, RS-232, Audio-In und Audio-Out (Klinke)


Die Anschlüsse des Beamers befinden sich an der Rückseite des Geräts. Hier befinden sich ein D-Sub Eingang, eine HDMI-Buchse, S-Video, Composite-Video, ein RS232-Slot für Kabel-Fernsteuerungen, sowie zwei Klinke-Buchsen. Die Stromversorgung erfolgt – wie bei den meisten Beamern – über ein Kaltgeräte-Kabel.Einen expliziten YUV (Komponenten) Eingang haben wir an dieser Stelle schmerzlich vermisst. Zwar befindet sich ein D-SUB/YUV-Adapter im Lieferumfang des Optoma, was aber in Anbetracht der Tatsache, daß bei Involvierung eines Adapters im analogen Bereich immer ein kleiner Qualitätsverlust von Statten geht, nicht unbedingt erfreulich ist. Gut, HD-Material wird heutzutage fast immer über HDMI zugeführt, aber ein separater YUV-Anschluss wäre trotzdem wünschenswert gewesen.
 
Mit Hilfer dreier, am Gehäuse angebrachter Füße kann man die Höhe des Beamers justieren. Dies gelingt zwar nicht gerade komfortabel, sollte für die meisten Zwecke im Heimkino aber ausreichen.Einen optischen Lens-Shift sucht man (in dieser Preisklasse auch nicht weiter verwunderlich) ebenso vergeblich wie eine digitale, horizontale Trapez-Korrektur. Eine digitale, vertikale Trapez-Korrektur ist zwar vorhanden, ihr horizontales Gegenstück aber leider nicht. Klar, normalerweise sollte man eine digitale Trapezkorrektur nur im absoluten Notfall benutzen weil dadurch Pixel und somit Schärfe verloren gehen, wer seinen Beamer aber aus Platzgründen nicht absolut mittig im Raum/an der Decke platzieren kann, der schaut hier in die Röhre. Schade, hier boten bereits vor einigen Jahren Beamer der gleichen Preisklasse mehr Möglichkeiten zur Projektions-Anpassung.
 
Der ideale Projektionsabstand beträgt in der Praxis um die 4 Meter (was einem projizierten Bild von etwa 120 Zoll entspricht). Theoretisch sind zwar alle möglichen (kleineren und auch größeren) Projektionsgrößen konfigurierbar, allerdings erwies sich im Test der relativ geringe optische Zoom als Flaschenhals und schränkte den Spielraum an dieser Stelle spürbar ein.
 
Was die Geräuschkulisse angeht, so bewegt sich der Optoma in einem – für DLP-Projektoren dieser Preisklasse – normalen Bereich. Wenn man penibel drauf achtet und der Film oder das Spiel, das man schauen möchte noch nicht angefangen hat, so ist das Betriebsgeräusch von circa 30 dB zwar deutlich zu hören, allerdings nimmt man es bereits ab einer mittleren Lautstärke der Surround-Anlage nicht mehr wirklich wahr und kann den Film „in Ruhe“ geniessen.

Einschränkungen beim optischen Zoom und beim Thema 3D

Der Optoma HD-600X von vorne

Der Optoma HD-600X hat ein recht kompaktes Gehäuse, dessen Grundfläche kleiner ist als ein DIN-A4 Blatt


3D-technisch wird im Auslieferzustand leider nicht viel geboten. Zwar ist der Optoma 600X rein theoretisch 3D-fähig, dies aber leider nur in Kombination mit einer OPTOMA 3D-XL Switch Box und – mit speziellen Grafikkarten ausgerüsteten – PCs. Die circa 200 EUR teure Optoma-Box ermöglicht den Anschluss und die Wiedergabe verschiedener 3D-Formate und wandelt diese HDMI-1.4 3D-Signale in HDMI-1.3 Signale mit 120 Hertz um, die der Optoma HD600X dann über das DLP-Link Verfahren wiedergeben kann. Dieses 3D-Signal kann mit DLP-Link-kompatiblen Shutterbrillen wahrgenommen werden.

Die normale Anlieferung von 3D-Material über einen HDMI 1.4-fähigen Anschluss scheitert nämlich bereits an genau dieser Stelle. Der HDMI-Anschluss des Optoma ist nämlich nur HDMI 1.3-fähig. Wer einem Blu-Ray-Player oder einem HD-Receiver 3D-Material entlocken möchte, der braucht einen Beamer (oder Fernseher), der HDMI 1.4-tauglich ist.
 
In Bezug auf die Bild-Einstellungen gibt es beim Optoma mehrere Presets ( Cinema, Bright, Graphics und Photograph) zwischen denen man wechseln kann. Oder aber man stellt die einzelnen Bild-Eigenschaften wie Kontrast, Helligkeit, Farbton etc. einfach selbst nach den eigenen Präferenzen ein. Dank der BrilliantColor-Technologie vom DLP-Entwickler Texas Instruments und dank der Verwendung eines Farbrads mit 6 Segmenten (statt den üblichen 3) konnte die Intensität des – unter DLP-Projektoren berüchtigten – Regenbogen-Effekts stark reduziert werden. Menschen, die bei der Wahrnehmung dieses Effekt sehr empfindlich sind, sehen ihn zwar immer noch, verglichen mit vielen anderen (vor allem älteren) DLP-Projektoren wurden aber große Fortschritte erzielt.

Die Fernbedienung des Der Optoma HD-600X

Die Fernbedienung ist übersichtlich, hat eine blaue Tastenbeleuchtung und liegt gut in der Hand


Was die Bildqualität angeht, erfreut auf jeden Fall der sehr gute Kontrast des Optoma HD600X. Dies ist ja generell eine Stärke der DLP-Beamer, aber schmälern möchten wir diesen Pluspunkt trotzdem keinesfalls. Die Leuchtstärke hat uns ebenfalls gut gefallen. Die, auf dem Datenblatt des Herstellers ausgewiesenen, 1600 Lumen reichen vollkommen aus, um – auch in einem nicht komplett abgedunkelten Raum – ein dennoch recht kontrast- und leucht-starkes Bild an die Wand zu werfen. Die Lampenlebensdauer wird vom Hersteller auf circa 4000 Stunden beziffert, eine Ersatzlampe kostet im Fachhandel um die 180 EUR. Die Energieaufnahme beträgt im Kinomodus etwa 200 Watt, die maximale Energieaufnahme bei (auf-maximale-Leutkraft-ausgerichteter) Bild-Konfiguration um die 230 Watt.
 
Was die unterstützten Formate angeht, so stellte der Optoma jedes von uns eingespeiste Format problemlos dar. Sowohl PAL-Signale, als auch NTSC- oder SECAM-Material stellten keinerlei Probleme dar. Die Modi 720p, 1080i und 1080p wurden ebenfalls ohne Murren wiedergegeben. Die native Unterstützung von 1080p/24 HZ-Signalen hat uns ebenfalls gut gefallen. Diese bedeutet, daß Blu-Ray-Discs (die in exakt diesem Format vorliegen) ohne Pulldown-Effekt und somit ruckelfrei dargestellt werden können.
 
 
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Fazit:

Der Optoma HD600x ist ein sehr guter HD-Ready-Beamer und ist somit ein ausgezeichneter Einstieg in die Welt der Heimkinos. Die – für diese Preisklasse – sehr gute Bildqualität konnte uns ebenso überzeugen wie die hohe Leuchtkraft und die trotzdem recht geringe Lüfter-Lautstärke. Aufgrund der Einschränkungen beim optischen Zoom und dem Fehlen einer horizontalen Trapez-Korrektur sollten potentielle Käufer allerdings vorher abklären, ob sie den Beamer bei sich zuhause im idealen Projektionsabstand von 3,5 bis 4,5 Metern, und darüber hinaus auch horizontal absolut mittig aufstellen können. Ist dies gewährleistet und man braucht nicht unbedingt einen (immer noch deutlich teureren) Full-HD Beamer, so kann man ohne Zögern zugreifen.
 
 
 
POSITIV:
 
- Sehr gute Bildqualität
- sehr guter Kontrast
- hohe Leuchtkraft
- gute Verarbeitung
- schnelles Herunterfahren nach dem Ausschalten

 
 
NEGATIV:
 
- Einschränkungen beim optischen Zoom
- Fehlen einer horizontalen Trapez-Korrektur
- braucht manchmal ein bisschen, um ein Signal zu erkennen
- kein expliziter YUV-Eingang

 
 
 
 
 

Artikel hinzugefügt am 3.4.2012

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