Mit dem Anrücken der ersten 4K-Fernseher stellt sich die Frage: Wie kommen die neuen 4K-Inhalte eigentlich auf diese neue Generation der Fernseher?

Da der aktuellen HDMI-Version 1.4 – trotz ansehnlichem Werdegang im Laufe der Jahre – beim Thema 4K-Inhalte einige Grenzen gesetzt sind, kommt hier das Stichwort HDMI 2.0 ins Spiel.

HDMI als aktueller Alleskönner im Heimkino-Bereich

Seit der Einführung der HD-Fernseher mit den Auflösungen HD Ready (1280×720 Pixel) und Full HD (1920×1080 Pixel) und der Vorstellung der neuen Tonformate Dolby True HD und DTS HD sind HDMI-Kabel ein unabdingbares Standard-Utensil im Heimkino-Bereich geworden. Sowohl Fernseher, als auch AV-Receiver, Spielekonsolen (Playstation 3, XBOX360 und Wii U), Blu-Ray-Player und Media-Player verwenden heutzutage primär (und zum Teil gar ausschliesslich) den Standard HDMI (High Definition Multimedia Interface) , meist in Verbindung mit der heutzutage dominierenden Auflösung Full HD.

Einer der ersten 4K-Fernseher auf dem deutschen Markt: Der Toshiba Cevo 55ZL2G

Einer der ersten 4K-Fernseher auf dem deutschen Markt: Der Toshiba Cevo 55ZL2G

Doch wie sieht es nun mit der durch die 4K-Fernseher am Horizont erscheinenden Ultra HD-Auflösung (3840×2160 Pixel) aus?

  • Kann für die Übertragung dieser 4K-Auflösung auch einfach wieder das gute, alte HDMI verwendet werden?
  • Oder wie genau ist hier die Lage der Dinge?

Um dies zu beantworten, müssen wir zunächst einmal kurz auf den Werdegang der HDMI-Schnittstelle im Laufe der Jahre eingehen.

Die bisherigen HDMI-Versionen im Laufe der Jahre

Mit der HDMI-Spezifikation 1.3 war es möglich, alle Auflösungen bis Full HD bei allen gängigen Bildwiederholfrequenzen zu übertragen. Für 3D-Inhalte war dann die Version 1.4 unabdingbar. Zwar konnte man bereits mit HDMI 1.3 Kabeln 3D-Inhalte übertragen, dies allerdings mit der Einschränkung, daß erst mit Version 1.4 zwei verschiedene Bilder mit Full HD-Auflösung übertragen werden konnten, welche dann wiederum mit Hilfe des menschlichen Sehvermögens und einer 3D-Brille ein gesamtes 3D-Bild ergeben.

Ultra-HD-Auflösungen können grundsätzlich bereits mit HDMI-1.4 übertragen werden, dies allerdings nur bei einer maximalen Bildwiederholfrequenz von 30 FPS (Bilder pro Sekunde). Für Kino-Filme (auf Blu-Ray Discs liegen diese in der Regel in 24 Bildern pro Sekunde vor) würde dies reichen. Da TV-Programme und Videospiele aber Inhalte mit 50 FPS, respektive 60 FPS liefern, braucht man an dieser Stelle eine neue HDMI-Version mit einer höheren Daten-Übertragungsrate. Auch weil HDMI 1.4 aufgrund seiner Limitierungen bei der Übertragungsrate Ultra HD-Inhalte nur in maximal 8 Bit Farbtiefe darstellen kann.

NOCH unklarer Standpunkt der meisten Hersteller von 4K-Fernsehern

Mit anderen Worten: HDMI 2.0 muss an dieser Stelle her weil man mit dieser neuen Spezifikation Ultra HD-Inhalte in 60 FPS und darüber hinaus auch gleichzeitig in Farbtiefen von voraussichtlich 10 oder gar 12 Bit übertragen kann. HDMI 1.4 wäre hier deutlich überfordert.

Nun gibt es aber ein kleines Problem an der ganzen Sache. HDMI 2.0 ist noch nicht da!

Die bislang erhältlichen 4K-Fernseher werden deshalb mit HDMI 1.4 ausgeliefert und hier kommen wieder die soeben erwähnten Einschränkungen dieser HDMI-Version ins Spiel. Unerfreulicherweise werden nun aber die aktuell erhältlichen 4K-Ferseher normalerweise nicht rückwirkend HDMI 2.0 tauglich gemacht werden können, sobald die neue HDMI-Version erscheint.

hdmi-kabel

Die Version 2.0 ermöglicht der HDMI-Schnittstelle in Zukunft die Übertragung von 4K-Inhalten in 60FPS und bei Farbtiefen von 10Bit und höher. Allerdings werden die ersten 4K-Fernseher im Moment noch mit HDMI 1.4 ausgeliefert.

Und was noch unerfreulicher ist: Bis auf eine Ausnahme haben die Hersteller der 4K-Fernseher bislang keine konkreten Pläne genannt, wie sie mit dieser Problematik umgehen werden sobald HDMI 2.0 da ist. Einzig der südkoreanische Elektronik-Gigant Samsung hat angekündigt, daß man für die bislang erhältlichen 4K-Fernseher mit HDMI 1.4 ein Upgrade-Kit anbieten wird, welches diese Fernseher dann tatsächlich rückwirkend HDMI 2.0 tauglich machen soll. Die anderen Hersteller von 4K-Fernsehern haben diesbezüglich leider bislang keine Pläne vorgelegt.

Was bei der ganzen Sache übrigens mal wieder ein wenig auf der Strecke bleibt, ist die Normierung der Stecker und Schnittstellen untereinander. So bietet nämlich der im Apple-Lager bereits Verwendung findende Thunderbolt-Anschluss bereits heute die für HDMI 2.0 angekündigten Übertragungsraten, die Ultra HD in 60 FPS und bei 10 Bit Farbtiefe ermöglicht. Allerdings sind diese beiden Schnittstellen untereinander (mal wieder) nicht von Haus aus kompatibel. Erst mit den (sicherlich irgendwann erscheinenden) Adaptern würde hier eine Zusammenführung gelingen, ähnlich wie in der Vergangenheit bereits bei den Schnittstellen DisplayPort und HDMI/DVI auf dem Computer-Sektor.

Angeblich noch in diesem Jahr: HDMI 2.0

Angesichts der Tatsache, daß HDMI 2.0 bereits in den Startlöchern steht und wohl auch noch in diesem Jahr (2013) erscheinen wird, kann man als 4K-Vorfreudiger zunächst einmal ein wenig aufatmen. Allerdings sollte es an dieser Stelle auch Erwähnung finden, daß abseits sämtlicher Fragen in technischer Hinsicht immer noch das Problem besteht, daß es bislang ohnehin noch fast keine Video-Inhalte in 4K-Auflösung gibt.

Grundsätzlich kann man natürlich jedes gut erhaltene 35mm-Ausgangsmaterial (Stichwort Kinofilme) in 4K mastern. Bis es allerdings so weit ist, daß echte 4K-Versionen von Filmen auch tatsächlich auf Blu-Ray Disc erscheinen (bzw. zum Download bereitstehen), dürfte durchaus noch ein wenig Zeit ins Land gehen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>